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Die Kartoffel - weder Frucht noch Wurzel

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Die Geschichte der Kartoffel
Die Geschichte der Kartoffel beginnt in den Anden, im heutigen Peru und Bolivien. Dort standen die Knollen der Urkartoffel bereits 8.000 Jahre v. Chr. auf dem Speisezettel. Mit der heutigen Kartoffel hatte diese Wildpflanze nicht viel gemeinsam, denn die nur haselnussgroßen Knollen schmeckten wegen des hohen Gehaltes an Solanin kratzig.
Die Inkas entdeckten schließlich die große Stärke der Kartoffel, die ihr zum Durchbruch verhelfen sollte. In 3.000 bis 4.000 Metern über dem Meeresspiegel, wo der Mais nicht mehr wuchs, gedieh die Kartoffel prächtig. Sie kultivierten die Pflanze, schufen hunderte Sorten und entwickelten eine Art Gefriertrocknung, um die Knollen für Jahre haltbar zu machen. Sie setzten dazu die Frost unempfindlichen Knollen mehrere Wochen der Sonne und den Nachtfrösten aus, um ihnen die ganze Feuchtigkeit zu entziehen. Diese „chunos“ werden in den Anden noch heute so hergestellt.
Die „papas“, wie die Inkas die Kartoffeln nannten, waren nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch Medizin und Kultgegenstand. Sie verehrten die Kartoffelgöttin „Aromama“ und die Kartoffel als Fruchtbarkeitssymbol.

Der Weg nach Europa
Die Spanier lernten auf ihren Eroberungszügen in der neuen Welt die Kartoffel kennen und beschrieben sie als "mehlige Wurzel von gutem Geschmack, eine für die Indianer sehr angenehme Speise und auch ein wohlschmeckendes Gericht für Spanier“. Mitte des 16. Jahrhunderts fand das „Gold der Inkas“ nach der Eroberung des Inkareiches durch Franzisco Pizarro den Weg an den spanischen Hof.
Ebenfalls auf dem Seeweg gelangten die Knollen durch den Piraten der englischen Königin Sir Francis Drake nach England. Der englische Gelehrte Thomas Harriot kehrte 1586 von seiner langen Forschungsreise im nordamerikanischen Virginia auf einem Schiff der Flotte Drakes, das von der Küste des heutigen Kolumbien kam, nach England zurück. Die Schiffsladung war voll mit Pflanzensammlungen aus Süd- und Nordamerika. So entstand die Legende, Drake habe die Kartoffel in Virginia entdeckt.

Geschmackliche Farbtupfer
Spezialitäten aus Südamerika und alte europäische Sorten, die bereits in Vergessenheit geraten sind, bereichern neuerdings die europäische Kartoffellandschaft. Dabei ist an Farben- und Formenvielfalt fast alles möglich, von rot und violett, schwarz oder gelb, bis länglich, oval oder rund. Getupfte und marmorierte Knollen erinnern an bunte Ostereier. Es sind gerade diese exotisch anmutenden Sorten, die die profane Kartoffel auch für den Gourmet wieder interessant machen. So ist die runde „Dakus Round Purple“ unter der violett-rosa gefleckten Schale weiß und die „Blaue Trüffelkartoffel“ besticht durch ihr violett-weißes Fleisch unter einer violett-schwarzen Schale. Die kleinen Knollen der „Red Cardinal“ wiederum zeigen unter der roten Schale eine intensiv rot-weiß gefleckte Marmorierung. Die längliche wohlschmeckende Sorte „Inca Gold“ dagegen verführt durch ihr intensiv gelb gefärbtes Inneres unter einer gelben Schale mit roten Flecken.
Auch auf dem Pflanzenbeet machen die Exoten gute Figur. Je nach Sorte blühen sie wunderschön in weiß, rosa, violett oder blau. Tausende Sorten sind bekannt.

Verschiedene Sorten
Festkochende Sorten: Kartoffelsalat, Salzkartoffeln, Bratkartoffeln, Gschwellti
Vorwiegend festkochende Sorten: Kartoffelsalat, Bratkartoffeln, Gschwellti, Rösti
Mehlig kochende Sorten: Rösti, Kartoffelstock, Gratin, Pommes frites, Gnocchi

Festkochend:
Diese Kartoffeln sind eher lang bis lang-oval. Sie springen beim Kochen nicht auf, sind fest, feinkörnig und feucht. Nach dem Kochen bleibt das Kartoffelinnere schön fest und auch schnittfest. Sorten: Amandine, Charlotte, Ditta, Nicola, Stella

Vorwiegend festkochend:
Diese Kartoffelsorte ist mittelfest bis mehlig und springt beim Kochen ein wenig auf. Sorten: Agata, Lady Felicia, Lady Christl, Jelly, Gourmandine, Victoria

Mehligkochend:
Hier findet sich ein hoher Stärkegehalt. Beim Kochen zerfallen diese Kartoffeln bereits im Kochtopf und werden mehlig und trocken. Sorten: Agria, Bintje, Derby, Désirée

Das steckt drin
Von ihrem Image als „Dickmacher“ hat sich die Kartoffel längst befreit. Mit nur 70 Kilokalorien pro 100 Gramm enthält sie weit weniger Kalorien als die gleiche Menge Brot, Reis oder Nudeln. Es sind die fetten Saucen, die Zutaten, die Zubereitungsart wie z.B. Frittiert, die viele Kalorien aufweisen und dick machen. Die Kartoffel selbst ist nahezu fettfrei.
Die Kartoffel besteht zu fast 80 Prozent aus Wasser
, der Rest ist ein schlankes Kraftpaket an leichtverdaulicher Stärke, hochwertigem Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Wer viel Kartoffeln zu einer Mahlzeit isst, wird auch satt. Es ist ihr hoher Gehalt an Stärke, der uns satt werden lässt. Kartoffeln schlemmen ist figurbewusst!
Das Beste ist, sich so bunt und abwechslungsreich wie möglich zu ernähren. Nur wer viele verschiedene Obst- und Gemüsearten isst, ist bestens mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt.
Anders ist es mit der Kartoffel. Sie enthält nicht soviel Vitamin C wie die Himbeere oder Carotin wie die Karotte, aber sie hat das ganze Jahr über Saison. Zusätzlich ist es die Menge an Kartoffeln, die gegessen wird. Darin liegen ihre Stärken! Zwei bis drei Kartoffeln liefern die Hälfte an Vitamin C, die der Körper täglich braucht und das auch im Winter. Wenn der Schnupfen und die Grippewelle drohen, liefert die Kartoffel wertvolles Vitamin C, um die Abwehrkräfte zu stärken.
Bei Kalium ist die Knolle Spitzenreiter. Kaum ein anderes Lebensmittel ist so kaliumreich und zugleich natriumarm. Das wirkt sich günstig auf das Herz-Kreislaufsystem aus, vorausgesetzt die Kartoffel wird ungesalzen gegessen.

Lagerung
3 Worte genügen: kühl, luftig, dunkel. Nicht in der warmen Wohnung, nicht im feuchten Keller, sondern am besten in einem gut temperierten Lagerraum. Am liebsten in einer luftigen Holzkiste. Da aber die wenigsten Kartoffelesser über luftige Kellerräume verfügen, ist es ratsam, lieber kleinere Mengen zu kaufen (Kartoffeln aber aus dem Plastiksäckchen nehmen!)
Noch ein Tipp: Ungewaschene Kartoffeln vom Markt sind angeblich länger haltbar als Gewaschene.

Grüne Stellen
Kartoffeln sollten deswegen im Dunkeln aufbewahrt werden, weil unter Lichteinfluss grüne Stellen entstehen können. Die grünen Stellen enthalten das giftige Solanin, das bereits in geringen Mengen Magenkrämpfe Kopfschmerzen und Durchfall verursachen kann. Da das Solanin beim Garen nicht zerstört wird, sollte man diese Stellen immer entfernen. Das gleiche gilt für Keime und Augen auf der Schale.